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Autotest 2019: Die Preis-Leistungs-Sieger

Die drei Autokosten-Sieger der Kategorie Preis-Leistung 2019
VW Polo, Škoda Scala und Ford Focus Kombi (von links) gehören zu den Preis-Leistungs-Siegern 2019 ∙ © Volkswagen, Skoda, Ford [M]

Ein gutes Auto zu einem vertretbaren Preis finden – das wollen alle Neuwagenkäufer. Doch nicht jedes Modell ist sein Geld tatsächlich wert. Der ADAC hat alle 122 im Jahr 2019 getesteten Fahrzeuge nach ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis beurteilt. Bei welchen Modellen bekommt man also am meisten Auto fürs Geld?

  • Sparsame Klein- und Kompaktwagen an der Spitze

  • Elektroautos mit erstaunlich gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

  • Hochmotorisierte Premium-Modelle ohne Chance

Qualität hat ihren Preis. Das gilt grundsätzlich auch für Autos: So ist beispielsweise ein BMW M5 für 120.000 Euro einem VW Polo, der rund 17.000 Euro kostet, in vielerlei Hinsicht technisch überlegen. Doch für die meisten Autokäufer ist nicht ausschließlich die Qualität oder nur der Kaufpreis entscheidend. Die Mischung macht's: Welches Fahrzeug bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?

Drei Erdgasfahrzeuge unter den Top 10

An die Spitze der Preis-Leistungs-Bewertung setzen sich auch 2019 wieder ausschließlich kleine und kompakte Autos. Interessant: Unter den Top 10 der Jahresauswertung 2019 befinden sich drei Fahrzeuge mit umweltfreundlichem Erdgasantrieb aus dem VW-Konzern sowie der sparsame Corolla Hybrid von Toyota.

Auf Platz 4 rangiert ein klassischer Kombi der unteren Mittelklasse: der Ford Focus Turnier mit modernem Dreizylinder-Turbobenziner, erstaunlich viel Platz und tollen Allroundeigenschaften. Auf Augenhöhe mit dem Focus schneidet der technisch hochwertige Škoda Scala 1.0 TSI ab. Der beste SUV – ein Auto der derzeit beliebtesten Fahrzeuggattung überhaupt – ist der VW T-Cross mit super sauberem 1,6-Liter-Dieselmotor.

Um die Preis-Leistungs-Note zu ermitteln, wird die Note Autotest (technische Eigenschaften der Fahrzeuge) mit der Note Autokosten (finanzieller Aufwand für den Käufer) addiert und dann durch zwei geteilt. Dass speziell kleinere Fahrzeuge hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses so gut sind, liegt daran, dass sie am billigsten sind in Anschaffung und Unterhalt und ihr Wertverlust geringer ist. Aber ihre guten technischen Gesamtnoten im ADAC Autotest beweisen auch: Heutige Kleinwagen zeigen kaum noch gravierende Schwächen.

Mit dem Vergleich eines klassischen "Billigautos" und einem Premiummodell lässt sich besonders gut zeigen, worauf es ankommt. Dank der herausragenden Autokosten-Note von 1,3 erreicht der Dacia Dokker – ein günstiger Hochdachkombi – immer noch die Preis-Leistungs-Note von 2,1. Und das sogar, obwohl der Dokker für seine Technik lediglich die Note 3,0 bekommt – eine der schlechtesten Noten im Autotest des Jahres 2019.

Ein Beispiel entgegengesetzter Art liefert die Mercedes B-Klasse: Hervorragende Eigenschaften (1,9), gepaart mit hohen Kosten (2,8), ergeben eben nur die Note 2,3. So landet der 2019er-Autotest-Sieger Mercedes B recht deutlich hinter dem Dacia Dokker im Preis-Leistungs-Ranking. Fußballstar Mehmet Scholl, der mit dem Preis-Argument für Dacia wirbt, darf sich also bestätigt fühlen.

So berechnet der ADAC die Autokosten

Wer beim Neuwagenkauf nur den Preis im Sinn hat, kann sich schnell verkalkulieren: Die tatsächlichen Kosten liegen viel höher. So berücksichtigt die ADAC Autokostenberechnung auch Fixkosten wie Steuer und Versicherung, Werkstattkosten wie Inspektion und Ölwechsel, aber auch Betriebskosten (Kraftstoff, Öl, AdBlue) und – was viele übersehen – den Wertverlust.

Aus den verschiedenen Angaben ermittelt der ADAC die monatlichen Gesamtkosten und daraus die Autokosten-Note. Diese wird ins Verhältnis zur Note Autotest gesetzt und ergibt die Preis-Leistungs-Note.

Hier finden Sie detaillierte Infos zur Berechnung der Autokosten.

Viele Elektroautos schneiden gut ab

Erstaunlich ist, wie gut Elektroautos trotz ihrer hohen Kaufpreise abschneiden. Kia e-Soul (43.190 Euro) und BMW i3 (38.000 Euro) bekommen beide die Note 2,2 in der Preis-Leistungs-Bewertung.

Das Tesla Model 3 in der Basisversion (45.770 Euro) liegt mit der Note 2,3 ebenfalls im vorderen Mittelfeld. Und sogar die Long Range Version des Model 3 (56.800 Euro) bekommt immerhin noch eine 2,6.

Verantwortlich für die guten Bewertungen sind neben der fortschrittlichen Technik die niedrigen Betriebs-, Werkstatt- und Wartungskosten von Autos mit Elektroantrieb.

Schlechte Noten für BMW-Modelle

Zu den Verlierern der Wertung gehören Modelle mit der Preis-Leistungs-Note 3,0 und schlechter. Dies sind vor allem besonders große, luxuriöse oder auch ausgesprochen sportliche Autos wie ein Toyota Supra oder eine Alpine von Renault. Der geräumige und für seinen außerordentlich guten Langstreckenkomfort geschätzte Audi A6 Avant mit Allradantrieb und reichhaltiger Ausstattung hat aufgrund seiner hohen Kosten keine guten Karten.

Die rote Laterne übernehmen vier Luxus-Modelle von BMW: Die zwei getesteten BMW 7er, der BMW M5 und das 840er Coupé werden kostenseitig mit dem Urteil "mangelhaft" (5,5) bewertet. Für viele sind das absolute Traumwagen – im Alltag von Otto Normalverbraucher werden sie allerdings schnell zum finanziellen Albtraum.  

Hier finden Sie noch mehr Modelle

Ihr Traumauto war nicht in der Liste? Im aktuellen Ranking sind nur die 2019 vom ADAC getesteten Fahrzeuge aufgeführt. Hier gelangen Sie zur Preis-Leistungs-Liste des Jahres 2017 mit 108 weiteren Modellen. Und hier zur Preis-Leistungs-Liste 2018 mit 110 Modellen.

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